Historische Stellen

Kgs. Lyngby - von Dorf bis moderner Handels- und Universitätsstadt

Der Name Königliches Lyngby (Kgs. Lyngby) entstand, weil der Grund und Boden in und um Lyngby bis zur Reformationszeit im Jahre 1536 Krongut war, d.h. es war königlicher Grundbesitz.

Gågade i LyngbyDas Dorf Lyngby entstand in der Wikingerzeit und der Standort ist nicht zufällig. Hier konnte man den Mühlenfluss (Mølleåen) leicht überqueren. Als Kopenhagen sich im 15. Jahrhundert zur Hauptstadt Dänemarks entwickelte, wurde das Königliche Lyngby wie andere nördlich von Kopenhagen gelegene Gemeinden vom täglichen Bedarf der Einwohner von Kopenhagen geprägt.

Die Bauern vom Königlichen Lyngby lieferten Milch und Gemüse an die Stadtbewohner und die wohlhabenden Kopenhagener bauten Landhäuser in der Gemeinde und Umgebung.

Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Fabrikken am Mühlenfluss errichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das König-liche Lyngby ein bedeutender Handelsplatz für die nördlichen Gemeinden von Kopenhagen und diese Bedeutung wurde bis ins 19. Jahrhundert aufrechterhalten, auch als die nördlichen Gemeinden von Kopenhagen eingemeindet wurden.

Die Industrie war zu dieser Zeit das wichtigste Gewerbe im Königlichen Lyngby. Heute ist der Vorort hauptsächliche als Handels- und Dienstleistungszentrum bekannt. Das Königliche Lyngby hat jedoch noch viel von seiner Kleinstadtatmosphäre bewahrt und dies macht das Königliche Lyngby zu einem sehr interessanten Ausflugsziel.

Die Landfestung von Kopenhagen

LandbefæstningEnde des 18. Jahrhunderts baute man die Landfestung von Kopenhagen. Eine grossangelegte Festungsanlage wurde geplant, die einen Feind daran hindern sollte, die Hauptstadt Dänemarks einzunehmen.

Die alte Wallanlage in Kopenhagen war nicht mehr zeitgerecht, und 1867 war man sich darüber im Klaren, dass Kopenhagen ohne ausreichende Verteidigungsanlage war. Der Krieg 1864 hatte gezeigt, dass das dänische Heer allein Dänemark nicht verteidigen kann. Die Strategie war deshalb, dass man im Falle eines feindlichen Angriffes (Deutschland) die Hauptstadt solange verteidigen konnte, bis Hilfe von anderen Ländern (England) ankommen würde.

Der Bau der Verteidigungsanlage wurde von der Regierung (Højre) beschlossen und von der Opposition (Venstre) stark bekämpft. Diese Verteidigungsanlage war Hauptstreitpunkt der innenpolitischen Debatte zu dieser Zeit. Mit Hilfe von provisorischen Haushaltsgesetzen wurde die Finanzierung des Baues möglich. Man nannte auch diese Zeitspanne für "Provisoriumzeit"

Festungskanal

Der grösste Einzelteil des Kopenhagener Festungsplan war eine geplante Überschwemmung von Landgebieten. Das Wasser des Fure Sees sollte durch Kanäle in eine Zone um Kopenhagen ge-langen und künstliche Seen bilden. Diese Wassermassen sollten den Feind daran hindern, Kopenhagen auf dem Landweg einzunehmen. Von 1886 - 1888 wurde ein Kanal vom Fure See zum Lyngby See gegraben.

Vom Lyngby See sollte dann das Wasser in den Ermelunden gelangen, der südlich des Dyrehaven liegt. Von hier aus sollten dann die Wassermassen durch ein System von Schleusen und Dämmen in andere Gebiete bis zum Øresund nördlich von Skovhoved geleitet werden. Auch wurde ein Kanal vom Gentofte See und Utterslev Mose bis nach Husum gegraben. Von hier aus sollte dann das Wasser durch den Westwallgra-ben nach Køge gelangen.

Garderhøjfortet

GarderhøjfortetDie Wassersperre sollte mit verschiedenen Forten und Schützengraben einen Verteidigungsgürtel bilden. Von hier aus konnte der eindringende Feind beschossen werden. Das erste Fort wurde an der Nordfront bei Jægersborg angelegt und wurde Garderhøjfortet benannt. Dieser Bauabschnitt wurde von privaten Geldern finanziert.

Garderhøjfortet war im Gegensatz zu den später erbauten Forten viereckig und ist heute noch gut bewahrt und ist öffentlich zugänglich. In der Lyngby-Taarbæk Gemeinde wurden auch Lyngby Fort und Fortun Fort angelegt. Die dänischen Forte waren grösser und moderner als die belgischen und nordfranzösichen Vorbilder. Diese Forte waren im 1. Weltkrieg von grossem Nutzen für die beiden Länder.



Inserate